Ein mittelständischer Onlinehändler aus Nürnberg lässt seine Website ins Englische und Schwedische übersetzen. Die Texte sind gut, die Seiten sind online, doch die Besucherzahlen aus Großbritannien und Schweden bleiben niedrig. Der Grund liegt meist nicht in der Übersetzung selbst, sondern darin, dass die neuen Sprachversionen nicht für Suchmaschinen optimiert wurden.
Mehrsprachige Suchmaschinenoptimierung sorgt dafür, dass jede Sprachversion gefunden, verstanden und gut platziert wird. Dieser Beitrag erklärt die wichtigsten Grundlagen.
Die richtige Struktur wählen
Jede Sprache braucht eigene Seiten mit eigenen Adressen. Üblich sind drei Varianten:
- Unterverzeichnisse wie beispiel.de/en/, einfach zu verwalten und meist die beste Wahl für kleinere Unternehmen,
- Subdomains wie en.beispiel.de, stärker voneinander getrennt,
- Länderdomains wie beispiel.se, sehr lokal, aber aufwendiger in der Pflege.
Keine automatischen Übersetzungs-Plugins
Plugins, die Seiten im Browser automatisch übersetzen, erzeugen keine indexierbaren Seiten. Suchmaschinen sehen diese Inhalte nicht, und Besucher bemerken die maschinelle Sprache sofort. Echte, professionell übersetzte Seiten sind die Voraussetzung für Sichtbarkeit.
Eine Seite, die es in einer Sprache nicht gibt, kann in dieser Sprache auch nicht gefunden werden.
Keywords in jeder Sprache recherchieren
Britische oder schwedische Kunden suchen mit eigenen Begriffen. Eine wörtliche Übersetzung deutscher Keywords trifft selten die tatsächlichen Suchanfragen. Deshalb sollte für jeden Markt eine eigene Keyword-Recherche erfolgen. Eine professionelle Website-Übersetzung berücksichtigt diese Begriffe und baut sie natürlich in Überschriften und Texte ein.
Metadaten übersetzen
Seitentitel, Meta-Beschreibungen, Alt-Texte von Bildern und URLs müssen ebenfalls übersetzt und optimiert werden. Sie bestimmen, wie die Seite in den Suchergebnissen erscheint. Deutsche Metadaten auf englischen Seiten sind ein häufiger Fehler.
Sprachversionen kennzeichnen
Mit hreflang-Angaben teilen Sie Suchmaschinen mit, welche Seite für welche Sprache und Region gedacht ist. So werden Übersetzungen nicht als doppelte Inhalte gewertet, und Nutzer sehen die passende Version. Die Dokumentation von Google zu lokalisierten Versionen von Seiten beschreibt die Umsetzung im Detail.
Beispiel Großbritannien
Für den britischen Markt sollte britisches Englisch verwendet werden, mit entsprechenden Schreibweisen, Maßeinheiten und Begriffen. Eine sorgfältige Übersetzung Deutsch Englisch passt Produktbeschreibungen, Versandinformationen und Rechtstexte an die Erwartungen britischer Kunden an.
Beispiel Schweden
Schwedische Kunden erwarten eine klare, freundliche und unkomplizierte Ansprache. Eine fachkundige Übersetzung Schwedisch Deutsch und in umgekehrter Richtung hilft zudem, Kundenbewertungen und Anfragen aus Schweden richtig zu verstehen und die Inhalte entsprechend weiterzuentwickeln.
Lokale Signale stärken
Preise in Landeswährung, lokale Kontaktdaten, landesübliche Zahlungsarten und passende Beispiele verbessern das Nutzererlebnis. Links von Websites aus dem Zielland, etwa von Branchenverzeichnissen, Partnern oder Medien, stärken zusätzlich die Glaubwürdigkeit der Seiten.
Checkliste vor dem Start
- URL-Struktur für alle Sprachen festlegen.
- Keyword-Recherche mit Muttersprachlern durchführen.
- Seiten, Metadaten und Alt-Texte übersetzen.
- hreflang und sprachspezifische Sitemaps einrichten.
- Menüs, Formulare und Bestellprozess in jeder Sprache testen.
- Neue Seiten in den Webmaster-Tools der Suchmaschinen einreichen.
Erfolg messen
Impressionen, Klicks, Rankings und Konversionen sollten für jede Sprache getrennt ausgewertet werden. Bleibt eine Version hinter den Erwartungen zurück, lohnt sich ein genauer Blick auf Keywords, Metadaten und Inhalte.
Inhalte für jeden Markt planen
Nicht jede deutsche Seite muss in jeder Sprache existieren. Sinnvoll ist es, mit den Seiten zu beginnen, die für ausländische Kunden am wichtigsten sind: Startseite, zentrale Produkt- oder Leistungsseiten, Preise, Versand und Kontakt. Danach folgen Ratgeberartikel, die gezielt Fragen beantworten, die Menschen im jeweiligen Land tatsächlich stellen. Ein kurzer, für den schwedischen Markt geschriebener Artikel kann besser ranken als die Übersetzung eines langen Beitrags, der für deutsche Leser gedacht war.
Ein eigener Redaktionsplan pro Sprache, der regelmäßig anhand von Suchdaten überprüft wird, hilft, Themen und Schwerpunkte anzupassen. Oft zeigt sich, dass Kunden in verschiedenen Ländern ganz unterschiedliche Prioritäten haben, etwa Lieferzeiten, Nachhaltigkeit oder Preisvergleiche.
Technische Stolpersteine
Jede Sprachversion sollte schnell laden, die richtige Zeichenkodierung verwenden und ihre Sprache im Quellcode angeben. Der Sprachumschalter muss auf die jeweils entsprechende Seite führen und nicht auf die Startseite. Automatische Weiterleitungen nach Standort sind mit Vorsicht einzusetzen, denn sie können verhindern, dass Suchmaschinen alle Sprachversionen erfassen.
Auch strukturierte Daten, etwa für Produkte, Bewertungen oder Veranstaltungen, sollten in jeder Sprache vorhanden und korrekt übersetzt sein. Sie verbessern die Darstellung in den Suchergebnissen und erhöhen die Klickrate.
Pflege und Aktualisierung
Eine mehrsprachige Website ist nie fertig. Neue Produkte, Preisänderungen und saisonale Angebote müssen in allen Sprachen zeitnah ergänzt werden. Ein fester Ablauf mit dem Übersetzungsdienstleister und der Einsatz von Translation Memory sorgen dafür, dass Aktualisierungen schnell und kostengünstig umgesetzt werden.
Lokale Backlinks und Bewertungen
Suchmaschinen vertrauen Seiten, die im jeweiligen Land erwähnt und verlinkt werden. Kooperationen mit lokalen Partnern, Einträge in Branchenverzeichnissen, Gastbeiträge in Fachmedien und Kundenbewertungen auf landesüblichen Plattformen stärken die Sichtbarkeit. Inhalte, die in der Landessprache wirklich hilfreich sind, ziehen solche Verweise deutlich leichter an als reine Produktseiten.
Regelmäßige Erfolgskontrolle je Sprachversion
Messen Sie Sichtbarkeit, Klicks und Anfragen getrennt für jede Sprache. So erkennen Sie früh, welche Märkte gut funktionieren und wo Inhalte, Begriffe oder interne Verlinkungen nachgeschärft werden sollten. Ein kurzer Monatsbericht pro Sprachversion reicht oft schon aus, um die richtigen Prioritäten zu setzen.
Fazit
Eine übersetzte Website ist erst dann erfolgreich, wenn sie in jeder Sprache gefunden wird. Mit klarer Struktur, lokaler Keyword-Recherche, übersetzten Metadaten, korrekten hreflang-Angaben und echten lokalen Inhalten gewinnen Unternehmen internationale Kunden über die Suche.
